Die Eitrige: Warum unsere Käsekrainer aus Bruckmühl kommt
Frisch von der Landmetzgerei Rumpel, serviert als Wiener Gedeck – und ein kleines Wörterbuch für alle, die sie einmal auf Wienerisch bestellen wollen.
Es gibt Gerichte, bei denen man am Ausgabefenster nichts erklären muss. Die Käsekrainer gehört dazu: einmal aufschneiden, der Käse läuft heraus, und die Schlange weiß, was sie bestellt. Genau deshalb steht sie bei uns auf der Karte – und deshalb geben wir uns bei ihr besonders viel Mühe.
Sie kommt aus Bruckmühl, nicht aus dem Großhandel
Unsere Käsekrainer beziehen wir frisch von der Landmetzgerei Birgit und Stefan Rumpel in Bruckmühl. Das ist keine Marketingentscheidung, sondern eine Geschmacksentscheidung: Rumpel schlachtet selbst, und das Vieh kommt aus der Nachbarschaft – von Vertragslandwirten aus der Region, die sich auf Tierwohl und artgerechte Haltung festgelegt haben. Der Weg vom Stall bis zur Wurst ist damit kurz und nachvollziehbar.
Was das ausmacht, schmeckt man vor allem an einem: Die Wurst hat Biss. Sie zerfällt nicht, sie platzt. Wer schon einmal eine Käsekrainer aus industrieller Fertigung gegessen hat, kennt den Unterschied.
Was eine Käsekrainer überhaupt ist
Die Käsekrainer ist die österreichische Weiterentwicklung der Krainer Wurst, die ursprünglich aus Krain stammt, dem heutigen Slowenien. Der Unterschied zum Original: Ins Brät kommen Käsewürfel – klassisch Emmentaler. Beim Grillen schmilzt der Käse, ohne ganz zu verlaufen. Er bleibt in Nestern in der Wurst sitzen, und beim ersten Anschneiden kommt er heraus.
Genau dieser Moment hat der Wurst in Wien ihren Spitznamen eingebracht. Dazu gleich mehr – der Teil ist der beste.
Wie wir sie servieren: das Wiener Gedeck
Wir richten die Käsekrainer nach österreichischem Vorbild an, nicht als Bratwurst im weichen Hotdog-Brötchen. Bei uns kommt sie als Wiener Gedeck über den Tresen:
die Käsekrainer, heiß und aufgeschnitten
eine Scheibe Ciabatta dazu, nicht darum herum
scharfer Senf oder Estragon-Senf
Kren
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der eigentliche Unterschied. Am Würstelstand isst man die Wurst nicht im Brot, sondern zum Brot – abwechselnd, mit Senf dazwischen. Wer es einmal so gegessen hat, macht es nicht wieder anders.
Beim Brot bleiben wir in der Nachbarschaft: Wir nehmen Ciabatta von der DINZLER Kaffeerösterei am Irschenberg, die eine eigene Backstube hat und ohne Fertigmischungen arbeitet. Fleisch aus Bruckmühl, Brot vom Irschenberg – kürzer werden die Wege nicht.
Und beim Senf weichen wir bewusst von Wien ab. Dort gehört süßer Senf dazu; bei uns kommt scharfer oder Estragon-Senf an die Wurst, dazu Kren. Der Käse ist mild und fett – er braucht einen Gegenspieler, keine zweite süße Note.
Und jetzt der Teil, der Spaß macht: Wie man sie in Wien bestellt
Am Wiener Würstelstand hat sich über Jahrzehnte eine eigene Sprache entwickelt – derb, bildreich und für Auswärtige komplett undurchschaubar. Der Klassiker geht so:
„A Eitrige mit an Bugl, an Gschissenen und an 16er Blech."
Übersetzt bestellt man damit: eine Käsekrainer mit dem Endstück vom Brot, süßem Senf und einer Dose Bier. Wer das zum ersten Mal hört, hält es für eine Beleidigung. Es ist aber schlicht eine Bestellung.
Das kleine Wörterbuch dazu:
Ausdruck | Bedeutung |
|---|---|
Eitrige | die Käsekrainer – benannt nach dem Käse, der beim Anschneiden herausquillt |
Bugl | das Endstück eines Brotlaibs |
Gschissener | süßer Senf, benannt nach seiner Farbe |
16er Blech | eine Dose Ottakringer – gebraut im 16. Wiener Gemeindebezirk |
Krokodü | eine Essiggurke |
Glasaug | eine Perlzwiebel |
Oaschpfeiferl | eine scharfe Pfefferoni |
Haaße | eine heiße Wurst |
Man merkt schnell, worauf die Namen hinauslaufen: Fast alle beschreiben das Aussehen – und zwar so unappetitlich wie möglich. Dass ausgerechnet die beliebteste Wurst des Landes „die Eitrige" heißt, sagt einiges über den Wiener Humor.
Kleiner Hinweis für die Praxis: Bei uns in Oberbayern reicht „einmal Käsekrainer, bitte". Wir verstehen aber beides.
Wo du sie probierst
Die Käsekrainer läuft bei uns im Flavourtrailer – auf Märkten, Firmenfeiern und überall dort, wo wir mit dem Trailer stehen. Wann und wo das als Nächstes ist, steht bei den Terminen. Und wenn du sie auf deiner eigenen Feier haben willst: Das geht auch. Sag uns einfach Datum, Ort und Gästezahl.